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Familienverbund Herz-Jesu Dielfen
  

Informationen zur Berufswahl

 

Wirtschaftsreport der IHK Siegen / Ausgabe Oktober 2003

 

Tipp aus unserer Veranstaltung: 

 

 

Einige Tipps für die Bewerbung und für Vorstellungsgespräche

1. Wie komme ich an Anschriften von Firmen? Wie erhalte ich aktuelle Informationen zur Berufsausbildung?

Information werden geboten von:

Handwerkskammer Arnsberg  http://www.hwk-arnsberg.de

Industrie- und Handelskammer Siegen  http://www.ihk-siegen.de

Arbeitsamt http://www.arbeitsamt.de

Kreishandwerkerschaft Siegen - Wittgenstein  http://www.kh-siegen.de/innungen.htm und http://www.meister-suche.de

Informationstechnikerhandwerk http://www.informationstechnik-nrw.de


Fangen Sie auf jeden Fall rechtzeitig mit der Suche an. Insbesondere größere Unternehmen entscheiden oft schon sehr früh über die Besetzung der Ausbildungsplätze. Wer also frühzeitig mit der Suche beginnt und auch beharrlich am Ball bleibt, hat die besten Chancen, den richtigen Ausbildungsbetrieb zu finden. Nutzen Sie auch Betriebspraktika, z. B. im Rahmen des berufswahlvorbereitenden Unterrichts, um die Perspektiven für eine anschließende Berufsausbildung zu erkunden.

Gehen Sie gezielt auf Unternehmen zu, die Ihnen interessant erscheinen. Eigeninitiative wird im heute hoch geschätzt; sie kommt gut an. Warten Sie also nicht einfach nur auf Stellenanzeigen, sondern gehen Sie initiativ auf Betriebe zu, zum Beispiel durch unmittelbare schriftliche Berwerbung, durch Bewerbung über das Internet (viele Unternehmen suchen inzwischen auch über das www neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie Auszubildende) oder auch durch Bewerbung aufgrund von Aushängen im Geschäft.

 

2. Wie bewerbe ich mich richtig?

Ausbildungsplatz  gefällig? Das klappt besser, wenn Sie sich richtig bewerben. Doch das fällt vielen Bewerbern schwer. Folge: Rund 80 Prozent aller Bewerbungsschreiben sind nach einer Umfrage unter Personalchefs nicht in Ordnung.  Und damit hat man gleich viele Chancen vertan.

Deshalb: Richtig bewerben! Wie das geht?!

Zu allererst: Ihre Bewerbung muss vollständig sein. Achten Sie darauf, dass mindestens folgende Sachen enthalten sind:

Wenn vorhanden, dann sollten Sie auch Zertifikate von Schulungen und anderen Fortbildungen beilegen. Auch geeignet: Referenzen und Empfehlungen.

Ihr persönliches Aushängeschild : Die Bewerbungsmappe

Üblich ist folgende Reihenfolge: Erst das Anschreiben (liegt lose bei). Ihre Mappe sollte dann wie folgt aufgebaut sein:

Zwischen Lebenslauf und Zeugnissen kann der Bewerber auch die Selbstdarstellung beilegen. Dieser Teil ist aber keineswegs Pflicht. Kann jedoch Engagement und Kreativität zum Ausdruck bringen!

Die Wichtigkeit der Dokumente sollte sich nach den Anforderungen der Unternehmen richten. Beispiel: Ist die Auslandserfahrung die Anforderung Nr. 1, liegt der Praktikumsnachweis aus dem Ausland weit vorne usw.

Verwenden Sie keine Klarsichthüllen. Für Notizen und Eingangsstempel will der Personalchef nicht jedes Blatt aus der Klarsichthülle herauszufummeln. Zeit ist Geld!

 

Das Anschreiben

Denken Sie dran: Das Anschreiben ist der wichtigste Teil Ihrer Bewerbung. Deshalb sollten Sie sich hierbei besonders große Mühe geben.

Wichtig: Sie müssen es schaffen, den Personalchef für Ihre Bewerbung zu interessieren.

Unterwürfigkeit, übertriebene Höflichkeit und dreiste Forderungen haben nichts in einer Bewerbung zu suchen.

Folgende Fragen sollten Sie in Ihrem Anschreiben beantworten:

Formal wichtig:

Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein.

Der Lebenslauf

Hier kann der Personalchef etwas über Ihre Person erfahren.

Ein chronologischer Lebenslauf sollte übersichtlich und vollständig nach Daten sortiert sein. Eine tabellarische Übersicht ist sinnvoll und wird von vielen Unternehmen erwartet.

Die Richtlinie, dass der Lebenslauf nicht länger als 2 Seiten sein sollte, gilt nicht unbedingt. Jedoch: Lieber kurz und knackig als langes Rumgeschwafel. Der Leser will etwas über Sie erfahren und sich nicht dabei langweilen!

Halten Sie sich an folgende grundlegende Tipps:

 Ihre Fähigkeiten im richtigen Licht

Die Selbstdarstellung

Im Lebenslauf kommt nicht unbedingt alles rüber, was Sie als Person auszeichnet. Deshalb können Sie diese Seite nutzen, um Ihr Wesen zusätzlich zu unterstreichen.

Versuchen Sie Ihre persönlichen und fachlichen Fähigkeiten so darzustellen, dass Sie sich von den anderen Bewerbern abheben. Persönlichkeit, Ihre Stärken und Schwächen sind hier gefragt!

Fällt Ihnen eine Selbsteinschätzung schwer?

Dann fragen Sie Freunde oder die Familie. Sie sollten trainieren, sich selbst darzustellen. Wenn man Sie beispielsweise fragt, was Sie studieren, dürfen Sie nicht einfach das Studienfach nennen. Sie sollten auch die wichtigsten Schwerpunkte des Studiums nennen und sie erläutern.

Das Bewerbungsfoto

Das erste, worauf der Personalchef achtet, ist das Foto. Auch in der Bewerbung ist die Macht des Fotos nicht zu unterschätzen!

Deshalb heißt es hier: Erst mal gut planen! Denn ist Ihr Foto unprofessionell oder unvorteilhaft, sinkt die Bereitschaft des Personalchefs, sich durch Ihre Unterlagen zu arbeiten.

1. Wie will ich wirken?

Das hängt davon ab, wo Sie sich bewerben!

Bei kreativen Jobs kommt ein lockeres und humorvolles Bild besser rüber. Also: Lieber auf den strengen Anzug und das mürrische Gesicht verzichten!

Bewerben Sie sich dagegen bei einem konservativen Unternehmen, verzichten Sie auf ein ausgefallenes Styling.

2. Das Foto muss aktuell sein!

Wählen Sie kein altes Foto - so schön Sie es auch finden mögen. Der Empfänger will wissen, wie Sie jetzt aussehen!

3. Wo mache ich das Foto?

Für Ihren Personalausweis reicht das Passbild aus dem Automat -ob es später ein Lacher wird, ist egal.
Wollen Sie sich allerdings erfolgreich bewerben, ist der Automat tabu. Investieren Sie das Geld für einen Fotografen. Gute Bewerbungsbilder gibt es schon ab 10 Euro. Der Profi hat ein Auge dafür, wie er Personen auf einem Bild gut aussehen lässt.

Und selbst ein Hobbyfotograf unter Ihren Bekannten macht bessere Bilder als der Automat.

4. Wie finde ich einen guten Fotografen?

Vergleichen Sie Bilder im Schaufenster der Foto-Läden. So erkennen Sie schnell, ob die Bilder alle gleich und langweilig aussehen, oder ob es sich um einen Könner handelt.

Der Fotograf sollte sich Zeit nehmen, denn Sie dürfen nicht gestresst aussehen. Bringen Sie eigene Ideen ein: Wie möchten Sie rüberkommen, wie wollen Sie sitzen, wie soll der Hintergrund sein.

5. Farbe oder schwarz-weiß?

Prinzipiell sind Farbfotos freundlicher. Gute Schwarz-Weiß-Bilder können aber sehr ästhetisch wirken. Die Wahl hängt davon ab, wo bzw. für was Sie sich bewerben!

Bewerben Sie sich für einen kreativen oder künstlerischen Job, sollten Sie über ein gutes Schwarz-Weiß-Bild nachdenken. Ansonsten ist Farbe besser. Gerade beim Bewerbungsfoto gilt: keine Experimente

6. Welcher Hintergrund?

Im Freien oder im Studio? Denken Sie daran: Es geht um Sie, und nicht um eine interessante Landschaft, in der Sie mal waren! Wenn Sie Bilder im Freien machen, sollte die Umgebung immer so gewählt werden, dass Sie im Vordergrund bleiben.

Bei der Aufnahme im Studio: keine grellen Farben verwenden! Sie stehen im Mittelpunkt!

7. Welche Kleidung?

Fein oder lässig, seriös oder locker? Wichtig: Sie sollten sich auf jeden Fall wohl fühlen! Wählen Sie Farben, die Ihnen gut stehen und in denen Sie besser rüberkommen. Fragen Sie Ihren Partner oder Freunde!

8. Sitzt die Frisur?

Ein Blick in den Spiegel ist vorher Pflicht. Richten Sie Ihre Frisur, Kragen und Krawatte. Stimmt das Make-up?

Lächeln Sie zur Probe. Selbst während der Aufnahmen sollten Sie sich trauen, zu unterbrechen, falls Sie sich nicht wohl in Ihrer Haut fühlen!

Bei Ganzkörperaufnahmen müssen Sie sich natürlich auch ganz im Spiegel sehen. Sitzt die Kleidung? Hat sie irgendwo einen Fleck?

9. Kontaktabzüge und Negative helfen sparen

Nicht jedes Foto, das der Fotograf gemacht hat, wird Ihnen gefallen. Deshalb sollten Sie nicht gleich alle Bilder abziehen lassen.

Schauen Sie erst auf die Kontaktabzüge. Dann wählen Sie die besten Motive aus.

Wichtig: Lassen Sie sich die Negative geben. Dann können Sie für weitere Bewerbungen neue Abzüge machen lassen.

 

Als was und für wen Sie schon gearbeitet haben

Die Zeugnisse

Generell gilt:

 

Zusammenfassung:

1. Gliederung:

Sie sollte einfach und übersichtlich sein.
Jeder soll ohne viel Mühe verstehen, was Sie wollen.
Am besten ist folgende Reihenfolge:

2. Für Zeugnisse:

Wichtig:
Gute Kopien verwenden!

3. Papier:

Am besten benutzen Sie unliniertes, weißes und etwas kräftigeres DIN A4-Papier.

4. Gestalten Sie Ihre Bewerbung übersichtlich.

Lassen Sie links und rechts vom Text circa drei bis vier Zentimeter Platz.

5. Vollständige Anschrift

Schreiben Sie die vollständige Anschrift der Firma, bei der Sie sich bewerben, auf Umschlag UND Anschreiben.

6. Komplette Angaben

Schreiben Sie die kompletten Absenderangaben in Ihren Briefkopf, mit Telefonnummern für Rückfragen.

7. Auf das Datum achten

Achten Sie auf das richtige Datum auf allen Seiten und Anlagen!

8. Unterschrift:

Sie muss auf Anschreiben und Lebenslauf, am besten in "blau", das kommt am besten an.

9. Ausdruck

Schreiben Sie Ihre Bewerbung am PC. Darauf achten, dass der Ausdruck gut zu lesen ist. Haben Sie selbst keinen guten Drucker: Gehen Sie in einen geeigneten Copy-Shop und drucken Sie alles dort aus.

10. Hochwertige Bewerbungsordner

Sie investieren in Ihre Zukunft.
Lassen Sie sich im Fachgeschäft beraten!

11. Bevor Sie ihre Unterlagen wegschicken:

Kopieren Sie alles, damit Sie in ein paar Wochen noch wissen, wie Sie sich beworben haben.

12. Verpackung

Packen Sie alles in einen stabilen, rückenkartonierten Umschlag, damit auf der Reise nichts verknickt.

13. Porto nicht vergessen

Ausreichend frankieren, Strafporto macht einen ganz schlechten Eindruck.

14. Als Einschreiben schicken?

Schicken Sie ihre Bewerbung nur dann als Einschreiben, wenn dies ausdrücklich erwünscht ist. Sonst wirkt es eher überflüssig und negativ.

15. Grobe Schnitzer

Das sollten Sie auf jeden Fall vermeiden:

3. Tipps für das Vorstellungsgespräch

Allgemeine Vorbereitungen:
Nachrichten u.WISO – Sendungen sehen
Informationen über den Ausbildungsbetrieb verschaffen
Fachlich: Z.B.Formelumstellung üben, Elektrotechnische Grundlagen (Physik) usw..
Wichtig: Kleidung und Pünktlichkeit
Körperhaltung und deutliche Sprache kann man üben
Mögliche Fragen: Warum bewerben Sie sich bei uns, Wo liegen Ihre Stärken u. Schwächen.... usw. /  Worauf führen Sie die gute o. schlechte Note im Zeugnis zurück


Wenn Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben Sie die erste Hürde durchaus schon überwunden. Die schriftliche Bewerbung hat gewirkt. Jetzt kommt die entscheidende Runde: das Vorstellungsgespräch - oft mit einem Test vorbereitet. Wie können Sie sich hierauf gut vorbereiten?

- Information über das Unternehmen (z. B. Internet, Berichte in Zeitungen, Werbebroschüren, Orientierungs- und Einkaufsbummel im Geschäft).
- Vorbereitung auf einen Bewerbungstest (Tipps hierzu gibt es z. B. in der Broschüre des Arbeitsamtes "Orientierungshilfe zu Auswahltests" oder   in der vielfältigen "Test"-Literatur). Insider Tipp:
Bewerbungstest, mit Lösungsvorschlägen: http://www.u-form.de.. Es gibt dort unter der Rubrik "Produkte" spezielle Einstellungstests für viele Berufsgruppen.
Wichtig: Kleidung und Pünktlichkeit (Oft ist der erste Eindruck, den Personalchefs oder Unternehmer von Ihnen bekommen, mitentscheidend. An ordentlicher Kleidung und einem gepflegten Erscheinungsbild führt daher kein Weg vorbei. Zugleich sollten Sie sich aber darin wohl fühlen, sonst wirken Sie nicht "natürlich". Die Kleidung sollte allerdings weder zu lässig noch zu gestylt sein. Wichtig auch: Pünktlichkeit! Beides signalisiert dem Betrieb, dass Sie motiviert sind und das Bewerbungsgespräch sehr ernst nehmen).
Das Gespräch selbst sollten sie gründlich vorbereiten. Wichtig sind erfahrungsgemäß: Welche kritischen Punkte in Ihrer Bewerbung könnten angesprochen werden und was wollen Sie darauf antworten. Üben Sie Ihre Körpersprache (vor dem Spiegel; vor Freunden). Überlegen Sie sich auch Antworten auf denkbare Fragen, die Ihnen im Vorstellungsgespräch gestellt werden. Durchaus übliche Fragen sind: Was interessiert Sie besonders an diesem Ausbildungsberuf? Wie sind Sie auf diesen Beruf gekommen? Warum haben Sie sich bei unserem Unternehmen beworben? Wo liegen Ihre Stärken, wo Ihre Schwächen? Was halten Ihre Eltern von Ihren beruflichen Plänen? Können Sie beschreiben, wie Sie sich auf Klassenarbeiten vorbereitet haben? Worauf führen Sie die besonders gute/schlechte Note im Fach xyz zurück? Was wollen Sie beruflich in fünf Jahren erreicht haben?
Im Vorstellungsgespräch sollten Sie einige Verhaltensregeln beachten. Positiv wirken: Blickkontakt halten,, deutlich sprechen, den Gesprächspartner ausreden lassen, freundlich lächeln, bequem hinsetzen. Negativ wirken auf jeden Fall: den Kopf ständig nach unten neigen, Arme vor der Brust verschränken, ständig ernst schauen, die Gesprächspartner nie direkt ansehen, zuviel Gel im Haar, auf der Stuhlkante sitzen, zu auffällige Kleidung, leise und unsicher sprechen, zu viel sprechen, Kaugummi kauen.